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Warum wir keine E-Mails an Freemailer weiterleiten

Und warum das keine Schikane, sondern verantwortungsvolle IT ist

Immer wieder erreichen uns Anfragen wie:

„Können Sie die E-Mails bitte an meine web.de-Adresse weiterleiten?“

Die Antwort von elbcloud ist klar: Nein – und das aus guten Gründen.

Was auf den ersten Blick nach einer harmlosen Komfortfunktion aussieht, ist in der Praxis ein reales Sicherheits-, Datenschutz- und Stabilitätsrisiko – für einzelne Postfächer genauso wie für ganze Unternehmensdomains.


Das Problem mit E-Mail-Weiterleitungen an Freemailer

1. Gefahr für die gesamte Domain

E-Mail-Systeme arbeiten heute mit komplexen Vertrauensmechanismen wie SPF, DKIM und DMARC.
Automatische Weiterleitungen an externe Freemailer umgehen oder beschädigen diese Schutzmechanismen.

Die Folge:

  • E-Mails wirken für Empfänger „manipuliert“
  • legitime Nachrichten landen im Spam
  • im schlimmsten Fall wird die komplette Absenderdomain als unsicher eingestuft

👉 Ein einzelnes Postfach kann ausreichen, um die Zustellbarkeit aller Mails zu gefährden.


2. Datenschutz ist keine Gefühlssache

Geschäftliche E-Mails enthalten regelmäßig:

  • personenbezogene Daten
  • Vertragsinformationen
  • interne Abstimmungen

Bei Weiterleitungen an Freemailer gilt:

  • kein Auftragsverarbeitungsvertrag
  • keine Kontrolle über Speicherort und Verarbeitung
  • keine garantierten Lösch- oder Sicherheitskonzepte

➡️ Das ist mit den Grundprinzipien der DSGVO nicht vereinbar.


3. Sicherheitsanforderungen (NIS2, DORA & Co.)

Moderne IT-Sicherheitsanforderungen verlangen:

  • kontrollierte Kommunikationswege
  • nachvollziehbare Zugriffe
  • klare Zuständigkeiten

Freemailer entziehen sich genau dieser Kontrolle.
Zugriffe, Weiterverarbeitung oder Weiterleitungen sind nicht revisionssicher nachweisbar.


4. Probleme im Ernstfall

Kommt es zu:

  • Spam-Beschwerden
  • Datenabfluss
  • Sicherheitsvorfällen

… endet die technische Nachvollziehbarkeit am Rand des Unternehmenssystems.

➡️ Incident-Response und Forensik werden unnötig erschwert – ein klarer Widerspruch zu modernen Sicherheits- und Compliance-Konzepten.


„Aber das hat doch früher funktioniert?“

Ja – früher.

Heute bewerten:

  • Mailprovider
  • Security-Gateways
  • Cloud-Plattformen

externe Weiterleitungen zunehmend als Risikofaktor.
Viele Sicherheitsstandards blockieren sie inzwischen bewusst oder schränken sie stark ein.


🔒 Technische Absicherung durch unsere Microsoft-365-Security-Baseline

Um diese Risiken nicht nur organisatorisch, sondern auch technisch konsequent zu vermeiden, haben wir in unserer Microsoft-365-Security-Baseline externe E-Mail-Weiterleitungen grundsätzlich für alle Benutzer:innen deaktiviert.

Das bedeutet:

  • Weiterleitungen an externe Freemailer sind tenantweit nicht möglich
  • auch technisch versierte oder erfahrene Nutzer:innen können keine eigenen Auto-Forwardings einrichten
  • individuelle Ausnahmen gibt es bewusst nicht

Der Hintergrund:
Gerade automatische Weiterleitungen gehören zu den häufigsten Ursachen für unbemerkte Sicherheitsvorfälle, Spam-Probleme und unkontrollierten Datenabfluss – insbesondere dann, wenn sie „nebenbei“ oder ohne IT-Kenntnis eingerichtet werden.

Mit dieser Baseline stellen wir sicher, dass:

  • Sicherheitsstandards nicht vom Verhalten einzelner Personen abhängen
  • es keine stillen Sonderfälle gibt
  • geschäftliche Kommunikation vollständig im kontrollierten Unternehmenssystem bleibt

Unsere Haltung bei elbcloud

Wir setzen keine E-Mail-Weiterleitungen an externe Freemailer um – weder dauerhaft noch temporär.

Nicht, weil es technisch unmöglich wäre,
sondern weil wir Verantwortung für die Sicherheit, Stabilität und Zukunftsfähigkeit der IT unserer Kunden tragen.


Sichere Alternativen

Die gute Nachricht: Komfort geht auch ohne Risiko.

Bewährte Alternativen sind:

  • Nutzung des Microsoft-365-Postfachs (Desktop & mobil)
  • Shared Mailboxes für mehrere Personen
  • Delegierte Zugriffsrechte für Vertretungen

Alle diese Optionen:

  • sind DSGVO-konform
  • bleiben unter Kontrolle des Unternehmens
  • sind nachvollziehbar und supportfähig

Fazit

E-Mail-Weiterleitungen an Freemailer sind kein harmloser Shortcut.
Sie sind ein Einfallstor für technische, rechtliche und organisatorische Probleme.

Moderne IT heißt nicht: „Es irgendwie möglich machen“,
sondern: sichere, saubere und nachhaltige Lösungen umzusetzen.

Geschrieben von:

Letzte Änderung:
07.01.2026